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So 08.09.2019 - 20:00 UHR

HAMBURGER SPRECHWERK

VIGILIA

ein Zirkusstück von VARUMA TEATRO, Spanien

„Ich kenne dich. Ja, ich kenne dich.
Ich kenne deine Gedanken durch das Fenster
Dort, auf dem Sofa sitzend, nach der Arbeit
(was auch immer deine Arbeit ist).
Durch das Licht der Gardinen
verkrochen wie ein furchtsames Tier.
Wie du siehst, ich kenne dich,
aber vor allem kenne ich deine Ängste.
Das was dich zum Erzittern bringt
und dir den Schlaf raubt. Ich kenne dich
denn ich lebe in der Wohnung u?ber dir,
der unter dir, der daneben…
weil ich nachts deine Schritte höre
als wu?rdest du neben meinem Bett gehen.
Gespenster. Ich bin ein Gespenst.
Du lebst in der Wohnung daru?ber,
in der darunter oder der daneben.
Und deswegen kenne ich dich, dich und deine Ängste.
Aber ich weiß noch immer nicht, wer du bist.“

Im wörtlichen Sinne ist VIGILIA ein Zustand der Schlaflosigkeit, jener Raum in dem wir uns, während wir nicht schlafen können, existentiellen Überlegungen anstellen; mal tiefgründig und poetisch, mal eher banal oder absurd. Fragen aus denen unser menschliches Selbst ebenfalls besteht.
Wir haben ein Szenenbild geschaffen, das in visueller Poesie den Zustand beschreiben soll, den die Hauptperson durchlebt; eine Abfolge erinnerter Bilder, fast ohne jeden Sinn. Indem sie ihr Unterbewusstsein sprechen lässt, beschreibt sie uns ihre Sicht auf die Welt durch das eigene Fenster. Von dem was wir sehen oder sehen wollen, von dem was wir sind oder sein wollen.

„Im Jahr 2019 feiern wir als Kompanie unseren 20. Geburtstag und wir möchten dies mit einem Spektakel feiern, die den bisherigen Stil der Kompanie so pur wie möglich verkörpert. Zu diesem Zweck kehren wir zu unseren Anfängen zurück, zu der Disziplin für die man uns am meisten kennt: Den Zirkus.
Da es sich um ein Zirkusstück handelt, dessen herausragende Stärke auf der angewandten Technik beruht, haben wir eine poetische Dramaturgie erschaffen, die dabei hilft, das Bühnengeschehen verständlich zu machen. Heraufbeschwören und andeuten, dem Publikum die Freiheit überlassen, die Bedeutung des Stückes über die eigenen Empfindungen und Gefühle zu bestimmen. Insgesamt ist das Stück ein Ausschöpfen visueller Sprache, eine Darstellung des unbewussten, die die Konflikte des Menschen mit sich selber austrägt; seine Träume, seine Ängste, seine Zweifel.
Wie immer bemühen wir uns, Disziplinen einzusetzen, die wir bisher noch nicht angerührt haben oder die in unserer Heimatregion, Andalusien, bisher noch wenig aufgeführt wurden. In diesem Fall haben wir das Trampolin, Tanzakrobatik, die Pole Dance Stange… unter anderem. Wir verwenden ausserdem Mapping, Trapez und Hula Hoop.“

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